Die meisten Menschen, die den Rat eines Astrologen oder Kartenlegers suchen, wünschen sich Hinweise auf zukünftige Ereignisse. Was bringt die Zukunft? Ganz oben auf der Wunschliste stehen der Traumpartner, der Lottogewinn und der Job, von dem man schon immer geträumt hat. Unangenehmes möchten die meisten nicht hören, auch nicht, dass man für das, was passieren könnte, möglicherweise selbst verantwortlich sein könnte.

Daher boomen Hotlines oder TV-Formate, die eine schnelle Antwort versprechen á la:“ Wenn Sie im Sommer in den Biergarten gehen, lernen Sie jemanden kennen!", oder „Sie haben einen günstigen Finanzaspekt, da kommt was im Frühjahr.“

Ist es möglich, konkrete Ereignisse mithilfe der Astrologie vorherzusagen?

Meiner Meinung nach nicht, denn woher soll der Astrologe wissen oder woran soll er erkennen können, auf welchem Entwicklungsniveau ein Mensch eine Konstellation leben wird.

Beispiel: Eine Mars/Saturn Konstellation kann ein Hinweis auf eine Verletzung sein, wenn jemand mit voller Energie auf einen Widerstand stößt, also mit dem Kopf durch die Wand will. Hier müssten Bezüge zum 1. Quadranten vorhanden sein. Das gleiche Prinzip kann zu einer Meinungsverschiedenheit (Bezug zum 3. Quadranten) führen oder eine Kündigung (4. Quadrant) bedeuten, es kann aber auch anzeigen, dass jemand unter großem Druck eine besondere Leistung erbringt (2. Quadrant).

Möglich ist nun, zu untersuchen, für welche persönlichen Inhalte besagte Mars/Saturn Konstellation im individuellen Horoskop zuständig wird. Das lässt Rückschlüsse zu auf das, was ansteht. Im Gespräch kann dann zuverlässig geklärt werden, welche Lebensthemen jetzt wichtig werden und wozu bestimmte Hindernisse notwendig sind, also warum beispielsweise kein Partner in Sicht ist.  

Konkrete Vorhersagen bieten eine weitere Gefahr, die der Selbsterfüllenden Prophezeiungen (Self-Fulfilling Prophecies). Die Kraft der Gedanken ist eine schöpferische Energie. Der Glaube, dass die Realität so ist, wie wir denken, dass sie ist, konfrontiert uns genau mit diesem Ergebnis. Das wiederum bestätigt uns darin, dass wir recht haben mit unseren Vorstellungen.

Beispiel: Wir gehen davon aus, dass wir in einer feindlichen Welt leben und uns alle etwas Böses wollen. Wenn wir vor die Tür gehen, sind wir vorsichtig, verkrampft und beobachten jeden mit Argusaugen. Guckt unser Nachbar uns komisch an, weil er einen schlechten Tag hat, fühlen wir uns bestätigt, sind selber unfreundlich und kassieren eine ebenso unfreundliche Antwort.


Spielen Sie die gleiche Szene versuchsweise einmal durch. Gehen Sie aber diesmal mit dem festen Glauben vor die Tür, dass Sie nur nette Menschen treffen werden. Sie werden überrascht sein von dem Ergebnis.

Genauso verhält es sich nun mit Prognosen.

In einer Beratung sagt Ihnen der Astrologe (bedeutungsschwanger):“ Saturn bewegt sich im Transit durch Ihr 7. Haus!“ (Sprechpause, Sie geraten ins Schwitzen.) „Das bedeutet nichts Gutes! Wenn Sie einen Partner haben, könnten Sie sich trennen!“ (Panik!!!) „Wenn Sie Single sind, werden Sie die nächsten Jahre keinen mehr treffen bis Saturn in das 8. Haus gewandert ist!“

Sie beschließen, sich ab sofort von allen gesellschaftlichen Anlässen fernzuhalten und sich vorsichtshalber schon mal von Ihrem Partner zu trennen, bevor er es tut. Die Zeit des Transits erleben Sie als unerfreulich, beängstigend und belastend, ganz wie der Astrologe es vorhergesagt hat.

Was stimmt denn jetzt? Überlegen Sie, wie anders die Zeit abgelaufen wäre, wenn Sie folgenden Ratschlag erhalten hätten:“ In nächster Zeit könnten Sie jemandem begegnen, mit dem Sie eine sehr ernsthafte und lange Beziehung eingehen könnten?“ Auch das ist eine mögliche Entsprechung für Saturn im Transit durch Ihr 7. Haus.

Es ist daher sehr wichtig, zu schauen, dass ausreichend Zeit für eine Beratung zur Verfügung steht, damit Ihre persönliche Situation genau analysiert werden kann.

Außerdem sollte der Berater in der Lage sein, zu erklären, wie seine Prognosen zustande kommen, damit Sie die Aussagen nachvollziehen können.